Bauwirtschaft im April: Wohnungsbau wächst, Materialkosten steigen stark an
Xaver Dussen vanBauwirtschaft im April: Wohnungsbau wächst, Materialkosten steigen stark an
Deutscher Bausektor zeigt im April gemischte Entwicklung
Im April präsentierte sich die deutsche Bauwirtschaft mit uneinheitlichen Ergebnissen: Während einige Bereiche wuchsen, hatten andere weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders der Wohnungsbau stach als einziger Teilbereich des Nichtwohnungsbaus mit höheren Umsätzen und mehr Neuaufträgen im Vergleich zum Vorjahr hervor.
Insgesamt verzeichnete die Branche einen Anstieg der Neuaufträge um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Tiefbau verzeichnete dabei das stärkste Wachstum unter den drei Hauptsegmenten, während der Nichtwohnungsbau weiterhin schwächelte.
Im April steigerte der Gewerbehochbau seine Umsätze um 6,8 Prozent, die Neuaufträge legten um 2,6 Prozent zu. Auch öffentliche Bauvorhaben entwickelten sich positiv: Hier stiegen die Erlöse um 5,3 Prozent, und die Auftragsvergaben erhöhten sich im Vergleich zum März um 2,2 Prozent.
Der Wohnungsbau zeigte eine besonders starke Performance mit einem Umsatzplus von 7,1 Prozent und einem Anstieg der Neuaufträge um 8,9 Prozent im Vergleich zum April des Vorjahres. Allerdings blieb der kumulierte Umsatz von Januar bis April nahezu unverändert gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025.
Die Materialkosten belasteten die Branche zusätzlich. So stiegen die Preise für Bitumen im Mai 2026 aufgrund der Spannungen in der Straße von Hormus um 31,2 Prozent. Auch Holz, Metalle, mineralische Baustoffe und Transportbeton verzeichneten deutliche Preisanstiege, was Unternehmen in allen Sektoren traf. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), verwies auf die ungleichmäßige Entwicklung der Branche im April.
Zusammenfassend zeigte sich die Bauwirtschaft zu Beginn des Jahres 2026 von zwei Seiten: Während Wohnungsbau und Tiefbau für Wachstum sorgten, belasteten steigende Materialkosten die Unternehmen zusätzlich. Das Gesamtbild blieb uneinheitlich – mit expandierenden und stabilen, aber auch stagnierenden Bereichen.
