04 May 2026, 08:23

Blutdruckmedikament Nitrendipin bleibt monatelang knapp – wann gibt es Entlastung?

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Todesfälle durch Benzodiazepine in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Blutdruckmedikament Nitrendipin bleibt monatelang knapp – wann gibt es Entlastung?

Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind – ein gängiges Medikament gegen Bluthochdruck – leiden seit dem letzten Sommer unter Lieferengpässen. Betroffen sind sowohl die 10-mg- als auch die 20-mg-Dosierungen, wobei derzeit kein Hersteller das Präparat vorrätig hat. Die deutsche Arzneimittelbehörde hat den Wirkstoff mittlerweile auf der Liste der anhaltenden Versorgungsengpässe geführt.

Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumantagonisten, auch Kalziumkanalblocker genannt. Diese Medikamente wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen, was dazu beiträgt, die Arterien weit zu halten und den Blutdruck zu regulieren. Sie dürfen jedoch nicht von Patienten mit Herzinsuffizienz oder solchen, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen, eingenommen werden.

Die Engpässe begannen Mitte 2023 und betreffen mehrere Hersteller. Der Pharmahersteller Aristo meldete Produktionsprobleme, wodurch sich die Lieferung der 20-mg-Tabletten voraussichtlich mindestens bis Ende dieses Jahres verzögern wird. Unterdessen planen Ratiopharm und Aliud Pharma, ihre Auslieferungen bis Ende März wiederaufzunehmen, während AbZ die Produktion voraussichtlich Ende Mai wieder hochfahren will.

Die Versorgungsprobleme beschränken sich nicht auf Nitrendipin. Auch andere ältere Medikamente, darunter weitere Kalziumantagonisten, sind von Lieferengpässen betroffen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat das Problem als Teil einer breiteren Knappheit erkannt, die verschiedene Wirkstoffklassen betrifft.

Kalziumantagonisten lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Nifedipin, Verapamil und Diltiazem. Jeder Wirkstoff funktioniert etwas anders, zielt aber darauf ab, den Blutdruck zu senken. Nitrendipin sollte beispielsweise nach den Mahlzeiten eingenommen werden, Lercanidipin vor dem Essen, während Amlodipin unabhängig von den Mahlzeiten verwendet werden kann.

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Die Knappheit hat Patienten monatelang den Zugang zu einem wichtigen Blutdruckmedikament verwehrt. Erste Entlastung ist bereits ab März zu erwarten, wenn zwei Hersteller ihre Lieferungen wieder aufnehmen. Aufgrund der Verzögerungen bei Aristo könnte sich die vollständige Behebung des Problems jedoch bis Ende 2024 hinziehen.

Quelle