Daimler beantragt Kronzeugenstatus im EU-Kartellverfahren gegen Autohersteller
Xaver Dussen vanDaimler beantragt Kronzeugenstatus im EU-Kartellverfahren gegen Autohersteller
Daimler hat in einem laufenden EU-Kartellverfahren den Status eines Hinweisgebers beantragt. Der Fall wird bereits seit zwei Jahren geprüft, wobei erste Vorermittlungen abgeschlossen sind. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem dem Konzern Vorwürfe wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens unter deutschen Automobilherstellern gemacht werden.
Auf einer Veranstaltung in Stuttgart nahm Daimler-Chef Dieter Zetsche erstmals zu den Kartellvorwürfen Stellung. Er betonte, dass die Selbstanzeige des Unternehmens nicht als Schuldeingeständnis zu werten sei. Daimler bestätigte zwar den Antrag auf Milde, gab jedoch nicht bekannt, wann dieser eingereicht wurde.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Absprachen deutscher Autohersteller über technische Standards und damit zusammenhängende Themen. BMW hingegen reagiert zurückhaltend. Das Unternehmen äußerte Unmut über Daimlers Vorgehen in der Sache und hat alle gemeinsamen Projekte mit dem Konkurrenten bis zur Klärung der Vorwürfe ausgesetzt.
BMW-Chef Harald Krüger sollte kürzlich auf einem Branchengipfel sprechen, sagte seinen Auftritt jedoch wegen Krankheit ab.
Daimler besteht darauf, dass der Antrag auf Strafmilderung keine Schuld impliziere. Die EU-Untersuchung läuft nach zwei Jahren Vorarbeit weiterhin. Das Ergebnis könnte die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Deutschlands führenden Automobilherstellern nachhaltig beeinflussen.






