17 June 2026, 19:45

Deutschland prüft Fracking als Lösung für die heimische Gasversorgungskrise

Studie: Fracking könnte die Erdgasversorgung auf lange Sicht stärken

Deutschland prüft Fracking als Lösung für die heimische Gasversorgungskrise

Deutschland erwägt Hydraulic Fracturing – auch Fracking genannt – als Möglichkeit, die heimische Erdgasversorgung zu stärken. Das Land verfügt über große Schiefergasvorkommen, deren Erschließung jedoch erhebliche Investitionen und Zeit erfordern würde. Die aktuelle inländische Förderung deckt nur einen Bruchteil des nationalen Bedarfs.

Derzeit stammen lediglich 4,2 Prozent des deutschen Gasbedarfs aus heimischer Produktion. Experten schätzen, dass Fracking diesen Anteil bis 2025 auf 6 bis 12 Prozent steigern könnte. Die jährliche Fördermenge läge dann zwischen 5 und 10 Milliarden Kubikmetern.

Der Aufbau einer Fracking-Industrie, die solche Mengen liefern kann, würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Um die Reserven effizient zu erschließen, wären Hunderte von Bohrungen nötig. Strenge Auflagen könnten nach Einschätzungen die Umweltrisiken gering halten.

Dennoch würde Fracking weder kurzfristige Gasengpässe beheben noch die Preise spürbar senken. Auch der Einfluss auf die globalen Märkte bliebe begrenzt. Ohne staatliche Förderung bleibt die wirtschaftliche Machbarkeit solcher Projekte unsicher.

Fracking könnte langfristig die Gasversorgungssicherheit Deutschlands verbessern und bis Mitte der 2020er-Jahre eine bescheidene, aber bedeutende Steigerung der inländischen Förderung bewirken. Kurzfristige Entlastung oder deutliche Preissenkungen für Verbraucher wären damit jedoch nicht verbunden.

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