24 May 2026, 10:17

Deutschland verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag trotz steigender Kosten und Kritik

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Deutschland verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag trotz steigender Kosten und Kritik

Deutschland hat seinen Microsoft-Vertrag trotz steigender Kosten und Kritik um ein weiteres Jahr verlängert. Die Vereinbarung, die nun bis Juni 2027 gilt, ermöglicht es öffentlichen Behörden, Microsoft 365 weiterhin zu nutzen – allerdings zu höheren Preisen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit Bemühungen zur Verringerung der Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verzögern.

Der Rahmenvertrag der Bundesregierung mit Microsoft sollte ursprünglich im Juni 2026 auslaufen. Statt ihn zu beenden, verschoben die Verantwortlichen die Frist auf den 30. Juni 2027. Das bedeutet, dass die Behörden weiterhin für Microsoft 365 zahlen müssen, obwohl die Preise ab Juli 2026 um bis zu 13 Prozent steigen werden.

Der Vertrag selbst zwingt die Behörden nicht zur Nutzung von Microsoft-Produkten. Er erleichtert jedoch den Zugang dazu, was Kritiker als Hemmnis für einen Wechsel zu Alternativen sehen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete die Verlängerung als vertane Chance, sich von US-Technologieriesen zu lösen. Allein im Jahr 2021 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus.

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Frankreich hingegen geht einen anderen Weg. Im April kündigte die Regierung an, öffentliche Einrichtungen schrittweise auf alternative Software umzustellen. Damit soll die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern verringert werden – ein Schritt, den Deutschland bisher nicht vollzogen hat.

Die Verantwortlichen spielten die finanziellen Auswirkungen der Verlängerung herunter. Laut Regierungsangaben belastet das zusätzliche Jahr den Bundeshaushalt nicht spürbar.

Mit der Entscheidung bindet sich Deutschland für ein weiteres Jahr an das Microsoft-Ökosystem. Die Behörden müssen ab Mitte 2026 höhere Kosten tragen, während Alternativen weiterhin optional statt verpflichtend bleiben. Frankreichs Vorstoß in Richtung Software-Unabhängigkeit unterstreicht die wachsende Kluft zwischen europäischen Ländern im Umgang mit technologischen Abhängigkeiten.

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