Grüne kritisieren Heizungsgesetz als "Biogas-Treppe ins Nichts" – Chaos statt Klimaschutz?
Carolina LangeGrüne kritisieren Heizungsgesetz als "Biogas-Treppe ins Nichts" – Chaos statt Klimaschutz?
Die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Badum, hat die geplante Novelle des Heizungsgesetzes der Bundesregierung scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Vorlage als eine „Biogas-Treppe ins Nichts“ und warf den Verantwortlichen vor, ein „Chaos-Gesetz“ ohne ausreichende Planung auf den Weg zu bringen. Der vom Kabinett gebilligte Entwurf zielt darauf ab, den Einsatz klimafreundlicher Heizstoffe bis 2040 deutlich zu erhöhen.
Das neue Heizungsgesetz sieht ab 2029 einen schrittweisen „Hochlauf biogener Brennstoffe“ vor, mit steigenden Vorgaben für grüne Heizquellen im kommenden Jahrzehnt. Badum hingegen bezeichnete den Plan als schlecht durchdacht und warnte vor hohen finanziellen Belastungen für Mieter:innen. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland argumentierte sie, das Gesetz komme vor allem der Erdgaslobby zugute – statt nachhaltige Alternativen zu fördern.
Nach einer parlamentarischen Anfrage machte Badum öffentlich, dass die Regierung keine belastbaren Prognosen zu künftigem Biobrennstoffbedarf oder -verfügbarkeit vorlegen könne. Auch Verbände wie der BDEW und der VKU fordern mehr Klarheit über die verfügbaren Biomasse-Potenziale und Ausbaupläne. Badum betonte, der Gesetzentwurf entbehre einer glaubwürdigen Strategie, um die selbst gesteckten Ziele für grünes Gas zu erreichen.
Zudem warf sie den Ministern vor, eine fehlerhafte Politik überstürzt durchzudrücken, ohne zentrale Fragen zu beantworten. Die Kritik unterstreicht wachsende Zweifel an der Umsetzbarkeit der klimapolitischen Ziele des Heizungsgesetzes – und an den Folgen für Haushalte. Die Regierung steht nun unter Druck, die Lücken im Entwurf zu schließen. Ohne verlässliche Daten zur Biobrennstoff-Verfügbarkeit und einen soliden Umsetzungsplan droht die Reform, ihre Klimaziele zu verfehlen. Mieter:innen und Wirtschaftsverbände beobachten gespannt, wie die Verantwortlichen reagieren werden.






