Halles "Grüne Tanne" verrottet: Wer rettet das historische Ensemble vor dem Kollaps?
Carolina LangeHalles "Grüne Tanne" verrottet: Wer rettet das historische Ensemble vor dem Kollaps?
Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) droht unwiederbringlicher Verfall
Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex an der Mansfelder Straße und am Tuchrahmen in Halle (Saale) steht vor dem unaufhaltsamen Verfall. Die zur Anlage gehörende Gaststätte „Grüne Tanne“ ist seit Jahren leer, ihre Fassade von Graffiti und wildem Bewuchs überzogen. Seit 15 Jahren führt die Stadt das Objekt auf ihrer „Roten Liste“ der gefährdeten Baudenkmäler.
Mauerwerk bröckelt, Teile der Bausubstanz drohen einzustürzen – die Stadt musste den Gehweg aus Sicherheitsgründen absperren. Das Frankfurter Unternehmen Norsk, das einst Sanierung und Neunutzung des Areals plante, meldete Insolvenz an und stoppte alle Arbeiten. Der finanzielle Kollaps des Eigentümers hat die Pattsituation verschärft: Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Insolvenzverwalter ziehen sich hin.
René Rebenstorf, Leiter des Bauamts Halle, räumte die Dramatik der Lage ein. Die Stadt leitet nun rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer ein und prüft gleichzeitig Notfallmaßnahmen, um den Gehweg für Fußgänger wieder freizugeben. Gleichzeitig hat ein auf denkmalgerechte Sanierung spezialisiertes Unternehmen Interesse bekundet, die bestehenden Strukturen zu retten – allerdings ohne Neubebauung.
Die Stadt setzt weiterhin auf eine Lösung über juristische Wege und Sofortmaßnahmen. Ziel ist es, das Gelände zu sichern und die öffentliche Zugänglichkeit schnellstmöglich wiederherzustellen. Doch solange die Verhandlungen stocken, bleibt die Zukunft des historischen Ensembles ungewiss.






