Hamburgs Notfallhilfe für Unversicherte steht vor dem Kollaps – das Geld ist alle
Carolina LangeHamburgs Notfallhilfe für Unversicherte steht vor dem Kollaps – das Geld ist alle
Hamburgs Notfallhilfe für nicht versicherte Menschen ist ohne Geld
Das Notfallhilfeprogramm Hamburgs für Menschen ohne Krankenversicherung ist pleite. Die Stadt hat keine zusätzlichen Mittel bewilligt – für den Rest des Jahres gibt es keine Unterstützung mehr. Das Gesundheitsnetzwerk Medinetz kritisiert die Entscheidung scharf.
Die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum ermöglicht seit 2012 unversicherten Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung. Sie vermittelt sie entweder in das reguläre System oder übernimmt dringende Behandlungen über einen städtischen Notfallfonds. Ursprünglich waren 500.000 Euro vorgesehen, doch von den im Mai beantragten zusätzlichen 500.000 Euro wurde nur ein Bruchteil bewilligt – das Geld war bereits Mitte 2023 aufgebraucht.
Die Nachfrage nach dem Angebot ist stark gestiegen: Die Beratungsfälle stiegen von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 im Jahr 2024. Dennoch wurde das Budget nie dauerhaft erhöht. Allein 2024 erhielten 678 von 781 Klient:innen eine Kostenübernahme, wobei rund 718.000 Euro für Behandlungen und Medikamente ausgegeben wurden.
Medinetz wirft der Stadt vor, mit ihrer Sparpolitik Kranke und Arme zu gefährden. Matthias Plieninger, Internist und Mitglied des Netzwerks, warnt: Ohne Finanzierung blieben viele unbehandelt – mit Risiko für schwere gesundheitliche Folgen oder sogar den Tod. Die Initiative fordert Hamburg auf, die zugesagten Mittel freizugeben und ein nachhaltiges, bedarfsgerechtes System zu schaffen.
Ähnliche Hilfsnetzwerke gibt es auch in anderen norddeutschen Bundesländern, etwa in Bremen, Hannover und Schleswig-Holstein.
Seit Mitte Mai 2023 erhalten unversicherte Migrant:innen in Hamburg keine Kostenübernahme mehr für notwendige medizinische Behandlungen. Der Notfallfonds ist leer, und ohne Eingreifen bleibt das Programm ausgesetzt. Medinetz fordert die Stadt weiterhin zum sofortigen Handeln auf.
