18 June 2026, 12:21

Hat "Ringel, Ringel, Reihe" wirklich mit der Pest zu tun?

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Märchen 'Ring Around The Rosie'

Hat "Ringel, Ringel, Reihe" wirklich mit der Pest zu tun?

„Ringel, Ringel, Reihe“ – ein Kinderreim mit düsterem Ursprung?

Der Kinderreim „Ringel, Ringel, Reihe“ gibt seit langem Rätsel über seine Herkunft auf. Manche behaupten, er spiele auf die Pest an, andere bestehen darauf, dass es sich schlicht um ein harmloses Kinderspiel ohne verborgene Bedeutung handelt.

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Erstmals schriftlich festgehalten wurde der Reim 1881 in Kate Greenaways „Mother Goose oder Die alten Kinderreime“. Die meisten Historiker gehen davon aus, dass er als Sing- und Bewegungsspiel für Kinder im Deutschland des 18. Jahrhunderts entstand – mit dem einzigen Zweck, zu unterhalten, nicht aber, um auf Krankheit oder Tod anzuspielen.

Wer den Reim mit der Pest in Verbindung bringt, verweist auf die Textzeilen: Das „Röslein“ könnte sich auf die ringförmigen Hautausschläge beziehen, die für die Beulenpest typisch waren. „Täschchen voll Blumen“ könnte die Kräuter beschreiben, die Menschen bei sich trugen, in der Hoffnung, sich vor Ansteckung zu schützen. „Asche, Asche“ wird als Anspielung auf die Verbrennung von Leichen gedeutet, „wir fallen alle hin“ auf die Massensterben. Selbst das „Hatschi!“ wird als Krankheitssymptom interpretiert.

Doch die Pest-Theorie tauchte erst 1961 auf – lange nach der Veröffentlichung des Reims. Es gibt keine Belege, die ihn direkt mit der Großen Pest von 1665 oder dem Schwarzen Tod des 14. Jahrhunderts verbinden. Die naheliegendste Erklärung bleibt daher die plausibelste: Der Reim war ein fröhliches Kinderlied ohne nachgewiesenen Bezug zu historischen Tragödien. Die Deutung als Pest-Allegorie hält sich eher als moderne Legende denn als historische Tatsache.

Quelle