KIT baut High-Tech-Labor für Stromnetze der Zukunft bis 2030
Neues Forschungszentrum am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) testet Stromnetztechnologien unter realen Bedingungen
Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein neues Forschungslabor, das fortschrittliche Stromnetztechnologien unter praxisnahen Bedingungen erproben wird. Das High Power Grid Lab (HPGL) widmet sich der Entwicklung innovativer elektronischer Komponenten für Mittelspannungsnetze und wird mit einem Förderbetrag von 32,8 Millionen Euro durch die Helmholtz-Gemeinschaft finanziert.
Im Fokus des HPGL stehen Nieder- und Mittelspannungsnetze, die eine zentrale Rolle in der regionalen Stromverteilung spielen. Die Testumgebung kann Wechselstromnetze mit bis zu 20 Kilovolt sowie Gleichstromnetze mit bis zu 35 Kilovolt – und das ohne Transformatoren – simulieren. Die Forscher werden hier die Leistung neuer Netzkomponenten untersuchen, darunter auch Stromrichter für Mittelspannungs-Gleichstromsysteme.
An dem Projekt sind mehrere Institute des KIT sowie nationale und internationale Partner beteiligt. Industrieunternehmen, Netzbetreiber und Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam an der Erprobung und Weiterentwicklung der Technologien. Parallel verknüpft das Smart Energy System Simulation and Control Center des KIT Echtzeitsimulationen mit Mittelspannungs-Netzemulatoren, um tiefere Einblicke in das Verhalten von Stromnetzen zu gewinnen.
Die Inbetriebnahme des HPGL ist für das Jahr 2030 geplant; es wird dann als Teil des Energy Lab des KIT betrieben. Die Hochschule, die zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört, setzt sich für die Erarbeitung praxisrelevanten Wissens für Gesellschaft und Umwelt ein.
Sobald das Labor in Betrieb geht, bietet es eine kontrollierte, aber realitätsnahe Umgebung für die Weiterentwicklung von Netztechnologien. Die Erkenntnisse könnten die Zukunft der Mittelspannungsnetze prägen und zu einer effizienteren und zuverlässigeren Stromverteilung beitragen. Zudem leistet die Forschung des HPGL einen Beitrag zu den übergeordneten Zielen des KIT und seiner Partner im Bereich der Energieinnovation.






