Ulrich Tilly – ein prägender Architekt der deutschen Gesundheitspolitik ist tot
Darko CarstenUlrich Tilly – ein prägender Architekt der deutschen Gesundheitspolitik ist tot
Ulrich Tilly, ein langjähriger Beamter und einflussreicher Akteur der deutschen Gesundheitspolitik, ist im Alter von 67 Jahren verstorben. Seine Karriere umfasste mehr als drei Jahrzehnte, in denen er unter verschiedenen Regierungen prägende Entscheidungen in den Bereichen Gesundheit und Soziales mitgestaltete.
Tilly begann seine berufliche Laufbahn in den 1980er-Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Agrarpolitik der Universität Bonn. 1987 wechselte er in die Politik und arbeitete als politikberatender Referent für Agrarfragen im Bundestag.
1996 verlagerte er seinen Schwerpunkt und wurde Berater für Rentensysteme der SPD-Bundestagsfraktion. Zwei Jahre später holte ihn Walter Riester, damals Bundesminister für Arbeit und Soziales, ins Ministerium. Dort leitete er zunächst das Büroleitungsteam, bevor er 2005 zum Direktor für Grundsatzfragen aufstieg.
Seine prägendste Rolle übernahm Tilly 2002 mit dem Wechsel ins Bundesgesundheitsministerium (BMG). Acht Jahre lang fungierte er als Büroleiter der SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. In dieser Zeit galt er als einer der mächtigsten Beamten des Hauses – neben Klaus Vater und Franz Knieps.
Mit Tillys Tod endet eine Karriere, die tiefgreifende Spuren in der deutschen Gesundheits- und Sozialpolitik hinterlassen hat. Seine Arbeit in verschiedenen Ministerien und Beraterfunktionen prägte Gesetzgebungsprozesse – von der Agrarpolitik über die Rentenreform bis hin zum Gesundheitswesen. Bekannt war er für sein Fachwissen und seinen Einfluss hinter den Kulissen.






