16 April 2026, 04:21

Merz' Rückkehrplan für Syrer stößt auf breite Kritik aus allen Lagern

Plakattext lautet "Flüchtlinge können Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse erhalten und nehmen an lokalen Studenten in geführten Diskussionen teil" mit mehreren Personen, einige halten Taschen, was darauf hindeutet, dass sie Flüchtlinge sind.

Merz' Rückkehrplan für Syrer stößt auf breite Kritik aus allen Lagern

Bundeskanzler Friedrich Merz hat vorgeschlagen, dass bis zu 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer in ihr Heimatland zurückkehren könnten. Der Vorstoß löste Kritik bei Abgeordneten aller Parteien aus, die bemängeln, dass er wirtschaftliche und sicherheitspolitische Realitäten ignoriert.

Merz' Plan stieß umgehend auf Widerstand beim CDU-Außenexperten Roderich Kiesewetter. Er bezeichnete die Idee als problematisch und warnte vor möglichen innenpolitischen Verwerfungen. Kiesewetter betonte, dass gut integrierte Syrer einen erheblichen Beitrag zur deutschen Wirtschaft leisten – insbesondere in Branchen, die unter Fachkräftemangel leiden.

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Der außenpolitische Sprecher der SPD, Ralf Stegner, teilte diese Bedenken. Er verwies auf die anhaltenden Sicherheitsrisiken in Syrien, die eine groß angelegte Rückkehr unrealistisch erscheinen ließen. Stegner forderte Merz auf, vor solchen Äußerungen Fachleute zu konsultieren.

Der SPD-Abgeordnete Hakan Demir unterstrich die wirtschaftlichen Argumente. Er hob die Rolle von Syrern in systemrelevanten Bereichen wie Gesundheitswesen und Logistik hervor. Ihr Weggang, warnte er, würde die bestehenden Personalengpässe in Schlüsselsektoren weiter verschärfen.

Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen politischen Vorschlägen und praktischen Herausforderungen. Fachleute und Politiker sind sich einig, dass die Instabilität in Syrien und der deutsche Arbeitsmarkt eine Massenrückführung unmöglich machen. Nun geht es darum, Migrationspolitik mit wirtschaftlichen und humanitären Erfordernissen in Einklang zu bringen.

Quelle