Netze BW testet Integration großer E-Lkw-Flotten in Stromnetze unter Realbedingungen
Marijan MangoldNetze BW testet Integration großer E-Lkw-Flotten in Stromnetze unter Realbedingungen
Netze BW startet Innovationsprojekt zur Integration großer E-Lkw-Flotten ins regionale Stromnetz
Unter dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw hat Netze BW ein neues Vorhaben gestartet, das die Einbindung großer Elektro-Lkw-Flotten in das regionale Verteilernetz erprobt. Im Rahmen der Initiative wird untersucht, wie gewerbliche E-Fahrzeuge die Netzlast an zentralen Netzknotenpunkten beeinflussen. Das Projekt wird unter realen Bedingungen mit zwei Logistikunternehmen in Baden-Württemberg durchgeführt.
An den Feldtests beteiligen sich die Spedition Stickel Transport sowie Logistik Schmitt. Stickel Transport setzt bereits zehn batteriebetriebene Lkw ein, weitere sollen folgen. Schwerpunkte liegen hier auf netzdienlichem Laden in Kombination mit dynamischen Stromtarifen. Logistik Schmitt hingegen steuert die Ladevorgänge an mehreren Standorten und betreibt insgesamt rund 50 E-Lkw.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Entwicklung dynamischer Ladepläne auf Basis von Echtzeit-Netzdaten. Zudem werden Schnittstellen zwischen Logistik und Energiemanagement erforscht, darunter Strategien für netzreaktives Laden. Ein weiteres Ziel ist die Beschleunigung von Netzanschlüssen für leistungsstarke Ladeinfrastrukturen.
Im Rahmen der Tests kommen 20 Schnellladestationen für Nutzfahrzeuge sowie insgesamt 40 Elektro-Lkw zum Einsatz. Die Ergebnisse werden durch Datenanalysen und Simulationen gestützt. Das Projekt läuft bis Dezember 2026.
Die Erkenntnisse aus FlexCharge BW sollen Aufschluss darüber geben, wie große E-Lkw-Flotten ohne Überlastung des Netzes integriert werden können. Die Ergebnisse könnten künftige Richtlinien für die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen und das Netzbetriebsmanagement prägen. Die Abschlussberichte werden bis Ende 2026 erwartet.






