Online-Einkäufe aus Drittländern werden ab Juli deutlich teurer – was Verbraucher jetzt wissen müssen
Xaver Dussen vanOnline-Einkäufe aus Drittländern werden ab Juli deutlich teurer – was Verbraucher jetzt wissen müssen
Bestellungen bei Online-Händlern außerhalb der EU werden teurer
Ab dem 1. Juli 2023 steigen die Kosten für Einkäufe bei Nicht-EU-Händlern: Neue Zollgebühren und Mehrwertsteuerregeln gelten künftig auch für günstige Sendungen. Verbraucher müssen mit unerwarteten Zusatzkosten rechnen – besonders bei preiswerten Artikeln wie Handyhüllen oder Accessoires.
Ab diesem Monat entfällt die bisherige Freigrenze von 150 Euro für Einfuhrabgaben. Stattdessen wird eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Produktkategorie fällig, zusätzlich zur üblichen Mehrwertsteuer. Ein Beispiel: Eine Handyhülle für 7 Euro könnte nach Gebühren fast 20 Euro kosten.
Doch damit nicht genug. Ab dem 1. November 2026 kommt eine weitere Zollabgabe auf niedrigpreisige Sendungen hinzu, deren genaue Höhe noch nicht feststeht. Bis 2028 plant die EU sogar die vollständige Abschaffung der 150-Euro-Grenze. Sobald alle Mitgliedstaaten eingehende Pakete lückenlos kontrollieren können, werden alle Sendungen – unabhängig vom Wert – ab dem ersten Euro mit Zoll belegt.
Neben den höheren Kosten birgt der Einkauf außerhalb der EU weitere Risiken. Verbraucherrechte wie Rückgaben oder Garantieansprüche sind oft schwerer durchsetzbar. Die Rücksendung von Ware gestaltet sich häufig problematisch, und unbekannte Händler geben ihre Standorte oder mögliche Gebühren nicht immer transparent an. Die EU-Zollverwaltung bietet einen Online-Zollrechner an, mit dem Käufer die voraussichtlichen Abgaben vor dem Kauf abschätzen können.
Innerhalb der EU bewegen sich die meisten Waren dagegen zollfrei. Ausnahmen bilden weiterhin Kaffee, Alkohol, Tabakwaren und verwandte Produkte, die nach wie vor Abgaben unterliegen.
Die neuen Regeln erfordern von Verbrauchern mehr Planung bei Bestellungen aus Drittländern. Wer die Versandbedingungen prüft und den Zollrechner nutzt, kann böse Überraschungen vermeiden. Langfristig könnten selbst die günstigsten Artikel ab 2028 durch die vollständigen Kontrollen deutlich teurer werden.






