Seebrücke Baden-Württemberg erhält Stuttgarter Friedenspreis 2023 für Flüchtlingsengagement
Carolina LangeSeebrücke Baden-Württemberg erhält Stuttgarter Friedenspreis 2023 für Flüchtlingsengagement
Stuttgarter Friedenspreis 2023 an Seebrücke Baden-Württemberg verliehen
Der Stuttgarter Friedenspreis 2023 geht an die Initiative Seebrücke Baden-Württemberg für ihr Engagement zugunsten von Geflüchteten. Die Gruppe wurde insbesondere für ihre Rolle in der Kampagne "Sichere Häfen" ausgezeichnet, die Städte und Gemeinden dazu aufruft, mehr Schutzsuchende aufzunehmen, als gesetzlich vorgeschrieben. Bei der Verleihungsfeier hielt Ryyan Alshebl, Bürgermeister von Ostelsheim und ehemaliger syrischer Geflüchteter, die Laudatio.
Seebrücke ist eine basisdemokratische Bewegung, die sich für sichere Fluchtwege, die Entkriminalisierung von Seenotrettung sowie bessere Lebensbedingungen für Asylsuchende einsetzt. Mit der "Sichere Häfen"-Initiative stellt sie sich gezielt gegen die wachsende Abschottungspolitik Europas und fordert humanere Migrationsregeln. Bisher haben sich 44 Kommunen in Baden-Württemberg – darunter Stuttgart, Heidelberg, Mannheim, Rottenburg, Konstanz und Karlsruhe – der Kampagne angeschlossen.
Im Rahmen der Preisverleihung erhielt die Initiative 5.000 Euro für ihre politische Arbeit. Elena, eine Vertreterin von Seebrücke Baden-Württemberg, kritisierte die aktuelle europäische Asylpolitik als Verletzung grundlegender Menschenrechte. Alshebl, der selbst vor dem Krieg in Syrien floh und später Bürgermeister wurde, äußerte sich frustriert über den feindseligen Ton in der Migrationsdebatte und wie dieser die Integrationschancen von Geflüchteten untergräbt.
Der Stuttgarter Friedenspreis wird jährlich von "Die AnStifter", einem bürgergetragenen Projekt, und der Stiftung Stuttgarter Friedenspreis verliehen. Er würdigt Personen oder Organisationen, die sich in herausragender Weise für Frieden, Gerechtigkeit, Zivilcourage und Solidarität engagieren. Der Preis lenkt die Aufmerksamkeit auf das anhaltende Engagement lokaler Gemeinden, die trotz restriktiverer nationaler Politik Schutz bieten. Mit bereits 44 teilnehmenden Städten in Baden-Württemberg wächst die "Sichere Häfen"-Kampagne weiter. Die 5.000 Euro Preisgeld sollen die weitere Advocacy-Arbeit für Flüchtlingsrechte und sichere Migrationsrouten unterstützen.






