Stuttgart 21 droht weiteres Debakel: Fertigstellung erst 2031 – und 7 Milliarden teurer
Marijan MangoldStuttgart 21 droht weiteres Debakel: Fertigstellung erst 2031 – und 7 Milliarden teurer
Stuttgarts Bahnnetz steht vor weiteren Rückschlägen, da das Projekt Stuttgart 21 mit Verzögerungen und explodierenden Kosten kämpft. Ursprünglich für 2019 geplant, scheint die ehrgeizige Modernisierung – die Deutschlands ersten Bahnknoten vollständig digitalisieren sollte – nun frühestens Ende 2031 in Betrieb gehen zu können. Die Landesführung in Baden-Württemberg fordert von der Deutschen Bahn angesichts wachsender Sorgen um die Zukunft des Vorhabens klare Antworten.
Das Projekt Stuttgart 21 sollte die Bahninfrastruktur der Stadt grundlegend umgestalten: Der alte Kopfbahnhof wird durch einen unterirdischen Durchgangsbahnhof ersetzt, Gleise, Tunnel und Brücken werden modernisiert. Die 2009 abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen sahen ursprünglich Kosten von rund 4,5 Milliarden Euro vor. Doch durch wiederholte Verzögerungen und Komplikationen ist die geschätzte Gesamtsumme mittlerweile auf etwa 11,3 Milliarden Euro angestiegen – eine Last, die die Deutsche Bahn nach einem Gerichtsurteil nun allein tragen muss.
Eine teilweise Inbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs, einst für Ende 2026 geplant, wurde im November 2022 gestrichen. Die jüngste Verzögerung hängt mit Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Bahnknotens zusammen, einem zentralen Bestandteil des Projekts. Ein neuer Zeitplan steht noch aus, derzeit läuft eine umfassende Überprüfung.
Medienberichten zufolge könnte das gesamte System nun erst Ende 2031 in Betrieb gehen – mehr als ein Jahrzehnt später als vorgesehen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat die Deutsche Bahn daraufhin aufgefordert, verlässliche Daten und verbindliche Zusagen vorzulegen. Er warnte, dass eine Bestätigung der Verzögerungen für die Region und die Fahrgäste, die auf das Netz angewiesen sind, „katastrophal“ wären.
Özdemir besteht zudem auf ein klares Bekenntnis der Deutschen Bahn, die vollständige Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens abzuschließen – ein Kernstück der Stuttgart-21-Vision.
Die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss, während die Kosten steigen und die Fristen weiter rücken. Die Deutsche Bahn steht unter zunehmendem Druck, konkrete Lösungen und einen überarbeiteten Plan vorzulegen. Ohne eine baldige Klärung drohen die anhaltenden Störungen den Bahnverkehr in Baden-Württemberg noch auf Jahre hinaus zu beeinträchtigen.






