02 April 2026, 14:19

Thüringen kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen – ein Projekt zeigt Wirkung

Karte von Australien, die in Rot schattiert ist, um die verschiedenen Prozentsätze von unteralterigen Teenagern nach Bundesstaat anzuzeigen, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Unteralterige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden."

Thüringen kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen – ein Projekt zeigt Wirkung

Dreijähriges Projekt in Thüringen: Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen

Ein dreijähriges Projekt in Thüringen hat sich mit dem wachsenden Problem digitaler sexualisierter Gewalt unter jungen Menschen auseinandergesetzt. Yasmina Ramdani leitete Präventionsworkshops an Schulen und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der Studien zeigen, dass fast die Hälfte aller Jugendlichen online Missbrauch erlebt.

Die Workshops, finanziert vom Landesbeauftragten für den Kinderschutz in Thüringen, sollten die Jugendlichen über Risiken wie Cybergrooming und sexuelle Belästigung in Chats aufklären. Ramdanis Projekt lief bis zum Sommer 2026 und soll nach einer Pause fortgesetzt werden. In den Veranstaltungen wurde deutlich, dass Grenzverletzungen oft innerhalb von Freundeskreisen oder Klassenchats stattfinden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Aktuelle Daten unterstreichen die Dringlichkeit solcher Programme. Allein 2023 registrierte das Bundeskriminalamt 45.191 Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder – fast das Dreifache im Vergleich zu den Vorjahren. Eine Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) aus dem Jahr 2025 ergab, dass 64 Prozent der 14- bis 25-Jährigen bereits nicht-körperliche sexualisierte Gewalt im Netz erlebt hatten, darunter Beleidigungen, explizite Bilder oder Grooming. Fast ein Viertel der Minderjährigen gab an, bereits Ziel von Cybergrooming gewesen zu sein.

Expertinnen und Experten nennen mehrere Gründe für den Anstieg. Täter nutzen häufig Gruppendynamiken aus, während Umstehende zwar anwesend sind, aber nicht eingreifen. Zudem machen die begrenzte Online-Aufsicht von Jugendlichen und die schiere Größe des Internets sie anfälliger für Übergriffe.

Die vorübergehende Unterbrechung des Projekts hinterlässt eine Lücke in der Präventionsarbeit. Schulen und Behörden stehen nun vor der Herausforderung, ein Problem anzugehen, das fast die Hälfte der jungen Menschen betrifft. Verantwortliche betonen, wie wichtig kontinuierliche Aufklärung und Begleitung sind, um der wachsenden Bedrohung durch digitale sexualisierte Gewalt entgegenzuwirken.

Quelle