Vatikan verbietet Laienpredigten – deutsche Kirche reagiert enttäuscht
Carolina LangeVatikan verbietet Laienpredigten – deutsche Kirche reagiert enttäuscht
Der Vatikan hat einen Antrag deutscher Bischofskonferenz abgelehnt, Laien das Predigen während der Heiligen Messe zu gestatten. Die Entscheidung hat in Deutschland Kritik katholischer Gruppen ausgelöst, die darin einen Beleg für die Ausgrenzung von Frauen aus zentralen Ämtern der Kirche sehen.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte um Erlaubnis gebeten, qualifizierten Laien in Ausnahmefällen die Haltung der Predigt zu ermöglichen. Ihr Vorschlag zielte darauf ab, pastorale Bedürfnisse an Sonn- und Feiertagen zu decken. Doch Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, lehnte den Antrag ab.
In seiner Antwort verwies Roche auf das Kirchenrecht, das die Predigt während der Messe ausschließlich Priestern und Diakonen vorbehält. Zudem berief er sich auf die vatikanische Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004, um die Ablehnung zu begründen. Die deutschen Bischöfe akzeptierten die Entscheidung und bestätigten, dass nicht geweihte Personen innerhalb der Eucharistiefeier nicht predigen dürfen.
Papst Franziskus hatte zuvor den „Synodalen Weg“, einen Reformprozess mit Beteiligung deutscher Laiengruppen und Bischöfe, kritisiert. Er warnte, die Bewegung werde von ideologischen Motiven statt von geistlicher Führung getragen. Trotz des Rückschlags bekräftigte Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, den Willen, gemeinsam mit den deutschen Bischöfen weiter für Veränderungen zu kämpfen.
Die vatikanische Entscheidung bestätigt die geltende Kirchenregelung zur Predigt. Laienverbände in Deutschland, darunter der Katholische Deutsche Frauenbund, zeigten sich enttäuscht. Sie werfen dem Vatikan vor, mit der Ablehnung die Ausgrenzung von Frauen aus bedeutenden liturgischen Rollen zu festigen.
