24 June 2026, 10:13

Verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis in Wien entdeckt – ein Rätsel der Kunstgeschichte

Sonderausstellung im Belvedere: Wer verbannte die Mutter aus dem Bild?

Verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis in Wien entdeckt – ein Rätsel der Kunstgeschichte

Verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis in Wien entdeckt

Unter einem anderen Gemälde ist ein verborgenes Porträt der Catarina von Tomatis aufgetaucht, einer bedeutenden Persönlichkeit des Warschauer Gesellschaftslebens im 18. Jahrhundert. Der Fund gelang in der Sammlung der Österreichischen Galerie, wo ein grob gemaltes Brustbild jahrzehntelang ihr Antlitz verdeckt hatte.

Catarina von Tomatis, geborene Filipazzi, war eine Mailänder Tänzerin, die ab 1765 zu einer festen Größe in Warschaus High Society aufstieg. Zudem war sie die Mätresse des polnischen Königs. Ihr Ehemann, Carlo Tomatis, leitete das Warschauer Opernhaus für den königlichen Hof und lebte in Luxus – finanziert durch Spielgewinne und königliche Zuwendungen. Mit seinem Vermögen ließ er die Królikarnia errichten, ein kleines Palais in der Stadt.

Das Porträt Catarinas wurde später übermalt, vermutlich zwischen 1870 und 1900. Unter den gemalten Büsten ihrer Tochter Caroline und ihres Sohnes Viktor blieb ihr ursprüngliches Bildnis verborgen. Warum es übermalt wurde, ist unklar; mögliche Erklärungen reichen von Schamgefühlen der Nachkommen bis hin zum bewussten Versuch eines Feindes, ihre Erinnerung auszulöschen.

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Die Belvedere-Kuratorin Katharina Lovecky hat umfangreiche Recherchen zum Gemälde und seiner Geschichte angestellt. Allein die Tatsache der Verdeckung hat eine Debatte ausgelöst: Sollte die übermalte Büste entfernt werden, um Catarinas Porträt wieder sichtbar zu machen?

Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf Catarina von Tomatis und ihren Platz in der polnischen Geschichte. Das verborgene Bildnis stellt Fragen nach den Motiven seiner Verbergung und der größeren Geschichte, die es erzählt. Weitere Untersuchungen könnten zusätzliche Antworten über dieses faszinierende Kunstwerk und seine Vergangenheit liefern.

Quelle