05 June 2026, 18:48

Von 400 Exemplaren zur konservativen Stimme: Die Junge Freiheit und ihr polarisierender Aufstieg

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Von 400 Exemplaren zur konservativen Stimme: Die Junge Freiheit und ihr polarisierender Aufstieg

1986 gründete Dieter Stein mit nur 18 Jahren die Junge Freiheit (JF). Die erste Auflage war bescheiden – gerade einmal 400 Exemplare –, doch die Zeitung löste bald hitzige Debatten aus. Im Laufe der Jahre sah sie sich Protesten, Brandanschlägen und Extremismusvorwürfen ausgesetzt, wuchs aber gleichzeitig zu einer einflussreichen konservativen Stimme heran.

Die Anfänge waren klein: Stein transportierte die ersten Ausgaben in einem Pappkarton auf dem Gepäckträger seines Fahrrads nach Hause. Anfangs beteiligte sich jeder an den Druckkosten. Schon in den frühen 1990er-Jahren verlegte die Redaktion ihren Sitz von Freiburg nach Berlin – noch bevor die Bundesregierung in die wiedervereinte Hauptstadt umzog.

Die provokante Haltung der Zeitung löste heftige Reaktionen aus. 1993 demonstrierten rund 2.000 Menschen gegen die JF, später wurde ihre Druckerei verwüstet und Autos – darunter auch Steins Fahrzeug – in Brand gesteckt. In einer Nacht im Jahr 1995 zündeten Unbekannte sein Auto vor dem Redaktionsgebäude an, während er im Inneren schlief.

Stein wehrt sich seit Langem gegen Extremismusvorwürfe. Er bezeichnet sich selbst als konservativ und betont Familie, Glauben und Nation als seine zentralen Werte, lehnt aber die Einordnung als „Neue Rechte“ ab. Einige Leser, so seine Aussage, hätten sogar befürchtet, abgehört zu werden, nur weil sie die Zeitung abonniert hatten. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2005 bestätigte später seine Position, dass Geheimdienstberichte grundlegende Rechte verletzen könnten.

Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich die Junge Freiheit zu einem polarisierenden, aber beständigen Medium. Unter Steins Führung überstand sie Brandanschläge, Proteste und juristische Prüfungen. Heute ist die Zeitung eine feste Größe in der konservativen Medienlandschaft Deutschlands.

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