14 June 2026, 14:14

Wehrerfassung kehrt zurück: Warum junge Männer jetzt Post von der Bundeswehr bekommen

"Unfollow Bundeswehr"

Wehrerfassung kehrt zurück: Warum junge Männer jetzt Post von der Bundeswehr bekommen

Deutschland hat die Wehrerfassung für junge Männer wieder eingeführt, die am oder nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden. Der Schritt hat eine Debatte ausgelöst, während die Linke eine Antikriegsveranstaltung für genau diese Altersgruppe organisiert hat. Viele der Teilnehmer waren freiwillig gekommen – ein Punkt, den Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, besonders hervorhob.

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Das neue Gesetz verlangt von den jungen Männern, einen Fragebogen für die Wehrerfassung auszufüllen. Bis Anfang Mai hatten etwa 25 Prozent dies noch nicht getan und riskieren damit Bußgelder. Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit bereits das Mindestziel für 2026 erreicht, das im Wehrpflichtgesetz festgelegt ist. Langfristig soll die Truppe jedoch auf mindestens 255.000 Dienstposten bis 2035 anwachsen.

Aktuell werden nur Freiwillige zu den grundlegenden Eignungstests – dem sogenannten „Eierkornrollgriff“ – einberufen. Der Grund liegt in den begrenzten Kapazitäten der Bundeswehr bei der Abwicklung der Verfahren. Auf der Veranstaltung rief Heidi Reichinnek zum Widerstand gegen die Wehrerfassung auf und erklärte: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“

Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags und Mitglied der Linken, schlug eine Alternative vor: Er regte an, die allgemeine Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ zu erweitern, das etwa in der medizinischen Notfallhilfe, bei Feuerwehren oder auch bei der Bundeswehr abgeleistet werden könnte. Auch Daniel Lücking, politikberatender Mitarbeiter der Linken und ehemaliger Soldat, meldete sich zu Wort. Er hatte als Offizier in dem Bereich gedient, den die Bundeswehr als „operative Kommunikation“ bezeichnet – selbst nannte er es „Propaganda“.

Die Linke bleibt weiterhin eine entschiedene Gegnerin der Wehrpflicht und setzt sich stattdessen für alternative Dienstformen ein. Die Bundeswehr hingegen arbeitet kontinuierlich an ihren langfristigen Ausbauzielen. Die Diskussion über die Wehrerfassung und ihre Folgen für junge Männer dauert derweil an.

Quelle