Single Pair Ethernet revolutioniert die industrielle Kommunikation bis 2026

Marijan Mangold
Marijan Mangold
2 Min.
Ein blaues Ethernet-Kabel, das mit einem Modem verbunden ist und auf einem Holztisch neben einer Tastatur liegt.Marijan Mangold

Single Pair Ethernet revolutioniert die industrielle Kommunikation bis 2026

Ethernet-Technologie erreicht erstmals die Feldebene – dank Single Pair Ethernet (SPE) und Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-APL). Diese Innovationen ermöglichen die Übertragung von Daten und Strom über ein einziges Adernpaar und vereinfachen so industrielle Netzwerke. Unternehmen wie Lapp, Phoenix Contact und TE Connectivity treiben den Wandel bereits mit neuen Produkten und Fachwissen voran.

Die Entwicklung von SPE und Ethernet-APL markiert einen Meilenstein in der industriellen Kommunikation. SPE erlaubt sowohl die Datenübertragung als auch die Stromversorgung über ein einziges Kabel – ideal für kompakte Geräte und flexible Installationen. Ethernet-APL baut darauf auf und fügt eigensichere Eigenschaften hinzu: Es ermöglicht Datenraten von bis zu 10 Mbit/s über Distanzen von bis zu 1.000 Metern, während gleichzeitig Feldgeräte mit Energie versorgt werden.

Bei Neuanlagen zeigt Ethernet-APL bereits seine Vorteile. Greenfield-Standorte profitieren von schnellerer Planung und kürzeren Amortisationszeiten. Ältere Anlagen stehen jedoch vor Herausforderungen: Bestehende Kabel müssen geprüft werden, und bei Überschreitung der zulässigen Toleranzen können kürzere Übertragungsstrecken oder sogar eine komplette Neverkabelung nötig sein.

Standardisierung ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. Die Profinet Nutzerorganisation (PI) unterstützt den IEC-63171-7-Steckerstandard für SPE, wobei die vollständige IEC-Zulassung bis 2025 erwartet wird. Dies sichert langfristige Kompatibilität für Hersteller und Anwender. Unternehmen wie Phoenix Contact und TE Connectivity haben bereits konforme Steckverbinder in den Bauformen M8, M12 sowie Hybridvarianten entwickelt. Rosenberger Hochfrequenztechnik brachte dabei seine Expertise aus der Automobil-Datenübertragung ein, die bis 2012 zurückreicht.

Lapp, vertreten durch Ralf Moebus, Leiter Produktmanagement Industrielle Kommunikation, unterstützt Unternehmen bei der Einführung dieser Technologien. Das Unternehmen bietet Schulungen, Planungsunterstützung und maßgeschneiderte Beratung an – ergänzt durch ein breites Produktsortiment. Mit den ersten verfügbaren Endgeräten und Infrastrukturkomponenten steht der Markt nun vor einer breiteren Einführung.

Die Verbreitung von SPE und Ethernet-APL gewinnt an Fahrt. Lapp prognostiziert den Durchbruch am Markt bis 2026. Standardisierte Steckverbinder und wachsende Branchenunterstützung machen die Technologien zugänglicher. Fabriken können künftig mit einfacherer Verkabelung, erhöhter Sicherheit und größerer Flexibilität in ihren Netzwerken rechnen.

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