"Treff am Bahnhof" wird zum Lebensretter für Benachteiligte in der Stadt

Darko Carsten
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Bahnhofs mit Menschen, die auf verschiedenen Gegenständen sitzen, einschließlich Bahnschienen, Geländern, Wänden und Fenstern, mit dem Text "verurteilt Leben in Millbank-Gefängnis" oben und unten.Darko Carsten

"Treff am Bahnhof" wird zum Lebensretter für Benachteiligte in der Stadt

Ein Jahr nach seiner Eröffnung bleibt das Treff am Bahnhof, eine offene Begegnungsstätte, ein unverzichtbarer Ort für benachteiligte Gruppen in der Stadt. Mit einer bis 2027 gesicherten Finanzierung empfängt die Einrichtung täglich etwa 50 Besucherinnen und Besucher und bietet einen geschützten Raum, in dem Alkoholkonsum erlaubt ist, der Konsum von Cannabis jedoch nicht. Bürgermeister Yalcin Bayraktar betont die Bedeutung einer Kombination aus Strafverfolgung und sozialer Unterstützung, um den Erfolg des Projekts zu gewährleisten.

Die Begegnungsstätte hat sechs Tage die Woche geöffnet und schafft einen strukturierten, aber flexiblen Rahmen für Hilfesuchende. Anders als in klassischen Obdachlosenunterkünften sind Übernachtungen nicht gestattet, und unangekündigte Kontrollen sorgen für Ordnung. Joachim Wörner, einer der Organisatoren, verwaltet die Schlüssel und koordiniert die Reinigungsarbeiten – so werden die Besucherinnen und Besucher ermutigt, Verantwortung für den Raum zu übernehmen.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kommen einmal pro Woche vorbei, während Passantinnen und Passanten häufig zum Plaudern vorbeischauen oder Spenden abgeben. Dieses bürgerschaftliche Engagement hat maßgeblich zum wachsenden Zuspruch beigetragen, insbesondere bei Frauen. Die Besucherinnen und Besucher bringen sich aktiv ein, beteiligen sich an Diskussionen und wünschen sich Fachvorträge zu Themen, die ihren Alltag betreffen.

Deutschland blickt auf eine lange Tradition von Drogenkonsumräumen zurück – mit über 30 Jahren Erfahrung in Städten wie Stuttgart und Berlin. Das Stuttgarter Kombo-Zentrum, das 2025 eröffnet wurde, verfügt über vier spezielle Bereiche, während Berlin im Jahr 2024 einen Anstieg von Crack-Konsumvorfällen um 75 Prozent verzeichnete. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig solche Einrichtungen für marginalisierte Gruppen sind. Der Treff am Bahnhof folgt diesem Modell, doch seine Zukunft über 2027 hinaus hängt von weiteren Abstimmungen mit den Beteiligten ab.

Der bisherige Erfolg des Zentrums basiert auf der Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer sowie der kontinuierlichen Unterstützung aus der Nachbarschaft. Mit der gesicherten Finanzierung werden die Verantwortlichen die Wirkung der Einrichtung weiter beobachten, um sie als sicheren und inklusiven Ort zu erhalten. Über die langfristige Tragfähigkeit des Projekts wird in den kommenden Jahren anhand von Rückmeldungen der Besucherinnen, Besucher und Partner entschieden.

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