Freiburger Bauprojekt endet mit Verurteilung wegen massivem Lohnbetrugs

Marijan Mangold
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Fabrik mit Rauch aus ihren Schornsteinen, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Pflanzen, Gras und einem Zaun, mit dem Text "New York State Penitentiary" unten.Marijan Mangold

Freiburger Bauprojekt endet mit Verurteilung wegen massivem Lohnbetrugs

Bauprojekt in Freiburg führt zu Verurteilung wegen Lohnbetrugs und Sozialversicherungsbetrugs

Ein Bauvorhaben im Süden Freiburgs hat zu einer Verurteilung wegen großangelegten Lohnbetrugs und Vorenthaltens von Sozialabgaben geführt. Im Mittelpunkt des Falls standen 21 bulgarische Arbeiter, die unter dem Deckmantel scheinselbstständiger Verträge ausgebeutet wurden. Der verantwortliche Unternehmensvertreter, ein 72-jähriger Bulgare, muss nun nach jahrelangen Ermittlungen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Der Betrug flog 2016 auf, als Behörden eine Baustelle in Freiburg kontrollierten. Dabei stellte sich heraus, dass die Arbeiter strukturelle Aufgaben verrichteten, ohne ordnungsgemäß sozialversichert zu sein. Alle 21 Beschäftigten lebten in vom Arbeitgeber organisierten Unterkünften – ein klares Indiz für ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis statt echter Selbstständigkeit.

Die Ermittlungen deckten auf, dass die Arbeiter unwissentlich als "Gesellschafter" eines Scheinunternehmens geführt wurden. Die 2015 gegründete Firma diente dazu, Steuern und Sozialabgaben zu umgehen. Fast 350.000 Euro an Beiträgen wurden den Versicherungsträgern vorenthalten, während Löhne ausblieben.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg erhob Anklage wegen Lohnvorenthaltens und Untreue. Das Verfahren verzögerte sich, da der Angeklagte zunächst eine dreijährige Haftstrafe in Bulgarien verbüßte. Im Oktober 2025 erging das endgültige Urteil des Amtsgerichts Freiburg: eine einjährige Bewährungsstrafe mit zweijähriger Bewährungsfrist.

Der Fall steht exemplarisch für ein größeres Problem in Deutschland. Zwischen 2021 und 2025 deckten die Behörden rund 15.000 Fälle von Sozialbetrug durch Scheinselbstständigkeit auf. Über die Hälfte – 8.500 – wurde strafrechtlich verfolgt, wobei die Bau- und Lieferbranche besonders betroffen waren. Allein 2023 bearbeitete das Zollfahndungsamt 3.200 solche Fälle.

Mit der Verurteilung endet ein langjähriger Fall von Arbeiterausbeutung und Steuerhinterziehung. Die Bewährungsstrafe umfasst eine zweijährige Probezeit, während die vorenthaltenen Gelder weiterhin nicht zurückerstattet wurden. Die deutschen Behörden gehen weiterhin gezielt gegen ähnliche Machenschaften vor – vor allem in Risikobranchen wie dem Baugewerbe.

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