Wie die baden-württembergische CDU ihre Klimavorreiterrolle verlor und heute um Glaubwürdigkeit kämpft

Marijan Mangold
Marijan Mangold
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Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030."Marijan Mangold

Wie die baden-württembergische CDU ihre Klimavorreiterrolle verlor und heute um Glaubwürdigkeit kämpft

Baden-Württembergs CDU war einst Vorreiter in der Klimapolitik – doch heute kämpft die Partei mit Rückschlägen

In den 1980er-Jahren galt die CDU in Baden-Württemberg als progressivste Landespartei in Sachen Umweltschutz. Schon früh setzte sie maßgebliche Impulse – etwa mit der 'Grünen Charta' von 1985, die ehrgeizige Ziele formulierte: ein Tempolimit von 100 km/h und Abgaben auf umweltschädliche Produkte. Doch in den letzten Jahren eskalierten die Spannungen mit den Grünen, was zu einer Abschwächung der Klimaziele und internen Herausforderungen für die künftige Führung der Partei führte.

In den 1980er-Jahren stach die baden-württembergische CDU als Vorzeigepartei in Umweltfragen hervor. Ihre 'Grüne Charta' von 1985 forderte mutige Schritte wie strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sanktionen für schädliche Produkte. Jahrzehnte später bekräftigte die Partei den Klimaschutz erneut als zentralen Bestandteil ihrer Identität.

Tanja Gönner, damals CDU-Umweltministerin, trieb später Gesetze voran, die den Einsatz erneuerbarer Energien in allen Neubauten vorschrieben. Ihre Initiativen fanden Anerkennung bei Winfried Kretschmann, dem damaligen Fraktionsvorsitzenden der Grünen. Gemeinsam hatten beide Parteien versprochen, Baden-Württemberg zum 'globalen Vorbild im Klimaschutz' zu machen.

Doch die Zusammenarbeit brach bald auseinander. Die CDU geriet in Konflikt mit den Grünen, und zentrale Klimamaßnahmen wurden verwässert. Zwar wurde ein Beschleunigungsgesetz für Windenergieprojekte entworfen, doch die Umsetzung stockte. Gleichzeitig urteilte das Bundesverfassungsgericht 2021, dass das Land seine Emissionen drastisch senken müsse, um die Rechte künftiger Generationen zu wahren.

Nun muss sich Daniel Hagel, der wahrscheinliche Nachfolger von CDU-Landeschef Thomas Strobl, mit den Folgen dieser politischen Wende auseinandersetzen. Aus der einstigen Vorreiterrolle sind innere Zerrissenheit und unerfüllte Versprechen geworden.

Der klimapolitische Weg der baden-württembergischen CDU begann mit bahnbrechenden Vorschlägen, doch heute prägt Inkonsistenz die Debatte. Rechtlicher Druck und politische Grabenkämpfe haben die Ausrichtung der Partei verändert – die künftige Führung steht nun vor der Aufgabe, die Folgen zu bewältigen. Ob es der CDU gelingt, an frühere Erfolge anzuknüpfen oder ob sie sich weiter von ehrgeizigen Klimazielen verabschiedet, wird sich in den kommenden Schritten zeigen.

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