AfD in Baden-Württemberg: Neue Vetternwirtschafts-Vorwürfe vor der Landtagswahl

Marijan Mangold
Marijan Mangold
2 Min.
Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt, mit Textinformationen zur Partei.Marijan Mangold

Nepotismus? Frohnmaier sieht Anti-AfD-Kampagne - AfD in Baden-Württemberg: Neue Vetternwirtschafts-Vorwürfe vor der Landtagswahl

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht erneut wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der Kritik – insbesondere in Baden-Württemberg. Medienberichten zufolge haben Parteimitglieder, darunter enge Vertraute des Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier, Angehörige eingestellt. Die aktuelle Kontroverse reiht sich ein in jahrelange ähnliche Vorwürfe und eine anhaltende interne Debatte über Personalpraktiken in anderen Landesverbänden.

Frohnmaier verteidigte die Anstellungen als rechtmäßig und wies die Kritik als "Anti-AfD-Kampagne" vor der Landtagswahl zurück.

Die jüngsten Vorwürfe konzentrieren sich auf Frohnmaier, den Spitzenkandidaten der AfD für die anstehende Wahl in Baden-Württemberg. Er bestätigte, dass mehrere Familienmitglieder Positionen im Landesverband innehaben. Sein Vater arbeite für die Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer (AfD) in Pforzheim und engagiere sich seit fast zehn Jahren ehrenamtlich für die Partei. Frohnmaiers Ehefrau sei bei Johann Martel, dem Bundestagsabgeordneten für Odenwald-Tauber, beschäftigt und bringe als ausgebildete Journalistin und dreisprachige Fachkraft wertvolle Qualifikationen mit.

Auch Frohnmaiers Schwester habe vor etwa zehn Jahren zeitweise für einen AfD-Landtagsabgeordneten in Stuttgart gearbeitet. Er betonte, auf die Beiträge seiner Familie für die Partei stolz zu sein, und bestehe darauf, dass alle Anstellungen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Die Affäre hat die Diskussion über Vetternwirtschaft in der AfD neu entfacht. In Sachsen-Anhalt gerieten die Personalpraktiken der Partei bereits in die Kritik, während die AfD-Bundestagsfraktion kürzlich Jan Wenzel Schmidt ausschloss, nachdem dieser mit ähnlichen Vorwürfen interne Konflikte ausgelöst hatte. Frohnmaier wirft seinen Kritikern vor, das Thema überzubewerten, um der Partei vor der wichtigen Wahl zu schaden.

Wie viele AfD-Mitglieder in Baden-Württemberg Angehörige eingestellt haben, ist unklar. Berichten zufolge hält sich die Praxis jedoch seit mindestens fünf Jahren – und trägt so zu den anhaltenden Kontroversen um die Partei bei.

Frohnmaier beharrt darauf, dass die Anstellungen rechtmäßig seien und die Kritik politisch motiviert. Die AfD in Baden-Württemberg sieht sich indes weiter mit Fragen zur Transparenz ihrer Personalpolitik konfrontiert. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl könnte der Umgang mit den Vorwürfen die Wählerwahrnehmung beeinflussen.

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