Till Lindemanns Buchsignierung in Berlin: Fans feiern, Kritiker boykottieren

Xaver Dussen van
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Eine Menschenmenge steht vor einem Gebäude mit einer Bühne, Lautsprechern und einem Bildschirm und hält Fahnen und Schilder, was auf eine Protestaktion in Berlin hindeutet.Xaver Dussen van

Till Lindemanns Buchsignierung in Berlin: Fans feiern, Kritiker boykottieren

Eine lange Schlange zog sich durch Berlins Stadtteil Wilhelmsruh, als Fans sich für eine Buchsignierstunde mit Till Lindemann und Joey Kelly versammelten. Manche hatten über Nacht campiert, um sich ihren Platz zu sichern – voller Vorfreude auf die Begegnung mit dem Rammstein-Frontmann, trotz der anhaltenden Kontroversen um seinen Namen. Die Veranstaltung diente der Promotion eines neuen Fotobands und zog sowohl treue Anhänger als auch erneute öffentliche Diskussionen nach sich.

Ursprünglich sollte die Signierstunde im linksalternativen Astra Kulturhaus stattfinden. Doch nach massiver Online-Kritik wurde der Ort in den Rammstein-Shop verlegt. Diese Änderung erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Vorwürfe gegen Lindemann, der seit 2023 mit Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens konfrontiert ist. Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft zu Vorfällen in der sogenannten "Rammstein-Deutschland-Zone" der Band wurden später wegen mangelnder Beweise eingestellt.

Die anwesenden Fans wischten die Anschuldigungen beiseite und betonten, es habe kein strafbares Verhalten gegeben. Cathrin, eine langjährige Unterstützerin aus Leipzig, war stundenlang angereist, nur um dabei zu sein. Die 17-jährige Emma hingegen hielt den Inhalt des Buches für jugendgefährdend und konnte nachvollziehen, warum einige zum Boykott aufriefen.

Die Kontroverse war 2023 eskaliert, als Medienberichte Lindemann Fehlverhalten in den VIP-Bereichen von Rammstein-Deutschland vorwarfen. Die Staatsanwaltschaft prüfte den Fall, stellte die Ermittlungen jedoch ohne Anklage ein. Bis September 2024 sahen sich Medien wie die Süddeutsche Zeitung rechtlichen Einschränkungen bei der Berichterstattung über unbestätigte Vorwürfe ausgesetzt. Im Oktober 2025 flammten die Proteste bei Lindemanns Solo-Tourstart in Leipzig erneut auf – doch seine Europa-Auftritte gingen unvermindert weiter.

Nach der Signierstunde kauften Fans eifrig Rammstein-Merchandise, ohne dass der Skandal ihre Begeisterung merklich dämpfte. Kritiker, die Lindemann Machtmissbrauch vorwerfen, hielten sich indes komplett von der Veranstaltung fern.

Die Buchsignierung verlief ohne größere Störungen, doch der Schatten der Vorwürfe blieb präsent. Die Fans gingen mit signierten Büchern und neuem Merchandise nach Hause, während die gesellschaftliche Debatte über Lindemanns Verhalten und die "Cancel Culture" weiterging. Fürs Erste lassen sich seine Anhänger jedenfalls nicht beirren – ihr Fokus bleibt auf seiner Musik und seinen Auftritten.

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